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Schmalblättriges Weidenröschen

Eigenschaften und Merkmale

Aussehen:

Der lateinische Name der Pflanze lautet "Epilobium angustifolium". Das Schmalblättrige Weidenröschen verfügt, wie der Name andeutet, über lange, schmale Blätter. Diese sind von lanzettlicher Form und erinnern an die Blätter der Silberweide. Von den anderen Weidenröschen-Arten unterscheidet sich das Schmalblättrige Weidenröschen hauptsächlich durch die wechselständig angeordneten Blätter. Außerdem erreicht die Pflanze eine Höhe von bis zu 2 Metern. Die Triebe haben starke Ähnlichkeit mit jungen Palmen.

Blütendes Schmalblättriges Weidenröschen (epilobium angustifolium)

Vermehrung:

Das Schmalblättrige Weidenröschen blüht von Juni bis August. Dann erstrahlen die Blüten in einem zarten Rosa. Seinen Fortbestand sichert diese Weidenröschen-Art durch die Fremdbestäubung. Anhand dieser Pflanze entdeckte der Gymnasiallehrer und Botaniker Christian Konrad Sprengel 1790 erstmals das Prinzip der Fremdbestäubung.

Standort:

Der bevorzugte Standort des Schmalblättrigen Weidenhöschens liegt in der prallen Sonne oder im Halbschatten. Es gedeiht nicht nur auf feuchtem Boden, wie er an Ufern oder Böschungen zu finden ist, sondern auch auf Ruderalstellen mit viel Schutt und Trümmern. Ruderalstellen sind Flächen, die durch die Einwirkung des Menschen entstanden sind. Dazu gehören beispielsweise die zahlreichen Trümmerflächen, die sich im Laufe des Zweiten Weltkrieges gebildet haben. Als anspruchslose Pionierpflanze verbreitete sich das Schmalblättrige Weidenröschen in Windeseile auf den freien Flächen. Dies brachte ihr den Beinamen "Trümmerblume" ein.

Auch ihr anderer Spitzname ("Feuerkraut") hat eine tiefere Bedeutung. Denn insbesondere das Schmalblättrige Weidenröschen breitet sich häufig auf Lichtungen aus, die durch Waldbrände entstanden sind. Es ist die erste Pflanze, die nach dem Feuer erscheint. Daher die Bezeichnung "Feuerkraut". Auch im Englischen trägt das Weidenröschen diesen Beinamen. Wenn also die Bezeichnung "Fireweed" fällt, ist damit genau dieses Pflänzchen gemeint.

Verbreitung:

Das Schmalblättrige Weidenröschen kommt von der Iberischen Halbinsel bis in den Norden Skandinaviens vor. Auch hoch in den Alpen sowie an Meeresküsten gedeiht die beliebte Weidenröschen-Art. Und sogar 2500 Meter über dem Meeresspiegel wächst die Staude noch.

Kulturelles

Die Samen des Schmalblättrigen Weidenhöschens sind mit langen Härchen versehen. Diese Härchen verwendeten die Menschen früher, um Kerzendochte zu flechten. Auch die Haida – ein nordamerikanisches Indianervolk – schätzten das Weidenröschen. Sie verwendeten die behaarten Stängel der Pflanze, um aus den Fasern Schnüre herzustellen. Diese dienten ihnen dazu, Fischernetze zu knüpfen. In Russland wurden die Samenhaare in vergangenen Zeiten benutzt, um Kissen zu stopfen, während andere Indianerstämme die Härchen als Wolle nutzten. So streckten sie Ziegenwolle mit den Samenhaaren des Schmalblättrigen Weidenhöschens, um daraus Kleidung und Decken zu weben. Aufgrund der langen, weißen Härchen ist die Pflanze auch heute noch unter dem Namen "Frauenhaar" im Volksmund bekannt.

Volksheilkunde

Diese Weidenröschen-Art wird – neben dem Kleinblütigen Weidenröschen – am häufigsten in der Volksheilkunde eingesetzt. Während die meisten Heilpflanzen gegen Frauenleiden helfen, gehört das Weidenröschen zu den wenigen Pflanzen, die auch typischen Männerproblemen entgegenwirken. Oftmals findet die Pflanze in Form von Tee Verwendung. Auf diese Weise hilft sie gegen Prostatabeschwerden, Nieren- sowie Blasenprobleme. Letzteres ist überwiegend für Frauen von Bedeutung. Auch gegen Kopfschmerzen, Erkältungen und Magen-Darm-Probleme wird die Heilpflanze in der Volksheilkunde eingesetzt.

Kulinarisches

Das Schmalblättrige Weidenröschen wird nicht nur in der Heilkunde, sondern auch in der Küche zur Herstellung des beliebten Weidenröschen-Tees verwendet. Für den "Ivan Chai" werden die Blätter des Schmalblättrigen Weidenhöschens fermentiert, wodurch eine koffeinfreie Schwarztee-Alternative entsteht. Neben der klassischen Zubereitung als Tee finden die Blätter der Pflanze auch in Suppen und Salaten Verwendung. Die Blüten eignen sich, um Desserts zu verfeinern. Auch die Wurzel des Schmalblättrigen Weidenhöschens ist essbar. Sie kann roh oder gekocht verzehrt werden. Eine dritte Möglichkeit ist das Mahlen. Dadurch entsteht ein Mehl, das beispielsweise zum Andicken von Suppen verwendet wird.

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