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Was macht das Weidenröschen so wunderbar?

Epilobium zählt zur Pflanzenfamilie der Nachtkerzengewächse. Die einjährigen, krautigen, manchmal auch halbstrauchartigen, auffällig blühenden Pflanzen, wachsen in den gemäßigten Gebieten vor allem in Nordamerika und Eurasien. Die Bezeichnung "Weiden" im Name erhielt die Pflanze aufgrund der Ähnlichkeit ihrer Blätter mit denen der Weide (Salix). Die Bezeichnung "röschen" kommt nicht von der Rose, sondern weil bei rotblühenden Blumen in deutschen Namen, die Farbe rot häufig mit „Rose“ oder „Röschen“ umschrieben wird. Epilobium gibt es in etwa 190 verschiedenen Unterarten. Um nur einige davon zu nennen: Schmalblättriges Weidenröschen (Epilobium angustifolium), kleinblütiges-, (Epilobium parviflorum), drüsiges-, (Epilobium ciliatum), zottiges-,(Epilobium hirsutum) oder die lanzettblättrige Form (Epilobium lanceolatum). Am bekanntesten bei uns ist jedoch die schmalblättrige und die kleinblütige Unterart. Diese wunderschönen Blühpflanzen sind in Europa, Asien und Nordamerika weitverbreitet. Auch in Deutschland sind sie überall anzutreffen. Sie wachsen gerne in lichtreichen Hecken, Böschungen, Waldlichtungen, an Wegrändern aber auch auf ödem Land.

Wie erkennt man ein schmalblättriges Weidenröschen

Die in Deutschland einheimische Pflanze blüht den ganzen Sommer über von Juni bis August mit prachtvollen Blüten und einer intensiv rosa bis rosaroten Farbe. Die Pflanze kann bis zu 1,5 Meter hoch werden. Besondere Erkennungsmerkmale der Pflanze sind ihre langen, schmalen, spitzen Blätter, die eine Länge von etwa 5 - 20 cm und eine Breite von 1 - 2,5 cm erreichen. Die Blattränder sind leicht gezähnt und nach unten gebogen. Weiter Merkmale sind die schotenförmigen bis zu 6 cm langen Samenstände und die etwa 2 bis 3 cm breite Blüten mit 4 linealistisch angelegten Kelchblättern. Die an ihrer Unterseite blaugrün gefärbten Laubblätter sind stiellos und haben deutlich sichtbare Blattnerven. Die Knospen und Blüten wachsen am Ende der Pflanzenstängel. Die zahlreichen nektarreichen Blüten erfreuen insbesondere die Imker, sind sie doch eine ideale Bienenweide. Die haarigen Samen hängen an wollartigen, weißen Federn und können als typische Schirmchenflieger kilometerweit fliegen. Das erhöht die Ausbreitungsrate natürlich enorm. Eine einzelne Pflanze der Gattung Epilobium kann Hunderttausende von Samen bilden, die in kurzer Zeit ihre Umgebung bis zu einer Entfernung von 10 Kilometer besiedeln können. In Amerika ist die Pflanze als "Fireweed" (Feuergras) bekannt, was darauf zurückzuführen ist, dass sie sich nach einem Waldbrand, auf den verbrannten Flächen schnell wieder ausbreitet. Aufgrund dieses außerordentlich starken Aus­breitungs­drangs wird man das allgemein als Unkraut geltende schmalblättrige Weidenröschen in deutschen Gärten nur selten antreffen. In freier Natur hingegen ist die Pflanze häufiger zu finden. Eine Verwechslungsgefahr besteht mit anderen Weideröschenarten, was allerdings vernachlässigt werden kann, da alle Pflanzen dieser Familie ähnliche Eigenschaften haben. Ebenfalls möglich ist eine Verwechslung mit dem gleichartig hochwachsenden, lilarot blühenden Blutweiderich, eine Heilpflanze aus der Familie der Weiderichgewächse. Im antiken Europa war Schmalblättriges Weidenröschen bereits als Nahrungsmittel bekannt. Als Heilpflanze hingegen kennt man es erst seid dem Mittelalter.

Anwendungsmöglichkeiten von Epilobium angustifolium in der Küche

Das schmackhafte Kraut findet als Nahrungsmittel vielseitige Verwendung in der Küche. Im Grunde lassen sich fast alle Teile der Pflanze verzehren. Dazu sammelt man die Blütenknospen und Blätter im Frühjahr von April bis in den Juli hinein und die Blütenstände und Blüten vom Juli bis August. Die jungen Blätter des Weidenröschens können, mitsamt der jungen Triebspitzen, als Salat oder als Beigabe in Gemüsegerichten verzehrt werden. Die Blätter sind eine wahre Vitamin C Bombe. Sie enthalten 4 mal mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte. Die Blüten und Knospen des Weidenröschens sind ebenfalls essbar. Als essbare Dekoration für Salat verwendet, können sie zusammen mit diesem verzehrt werden. Zusammen mit den Blättern aufgegossen, ergeben sie außerdem einen wohlschmeckenden Tee. Auch die länglichen Fruchtstände und Stängel der Pflanze sind zum Verzehr geeignet. Entweder roh oder auch gegart als Gemüse. Die Blätter und Triebspitzen des Weidenröschens ergeben zudem eine ideale Kräutermischungen zum Würzen von Speisen. Selbst die Wurzeln lssen sich vielfach verwenden. Diese kann man im Frühjahr sammeln und roh verzehren. Der Geschmack ist süßlich und hat eine leichte Schärfe. Die Wurzeln lassen sich aber auch wie Gemüse kochen oder können nach der Trocknung zu Mehl verarbeitet werden. Das Mehl wiederum ist gut geeignet zum Eindicken von Soßen oder zum Mischen mit Getreidemehl. Des Weiteren ist die Verwendung von gerösteten Wurzelstücken als Kaffee-Ersatz möglich. Diese Verwendungsmöglichkeiten in der Küche gelten übrigens gleichermaßen auch für alle anderen mitteleuropäischen Weidenröschenarten.

Anwendungsmöglichkeiten von Epilobium angustifolium in der Volksmedizin

Weidenröschen Tee gilt traditionell als wirksames pflanzliches Arzneimittel bei Harnwegbeschwerden und Nierenproblemen. Pharmazeutische Studien belegen eine starke Heilwirkung der Pflanze bei Prostata-Erkrankungen. Akute und chronische Prostataentzündungen (z. B. Prostatitis) werden wirksam gelindert. Für therapeutische Zwecke wird das während oder kurz vor der Blüte geerntete und getrocknete Kraut (Epilobii herba) verwendet. Die gesammelten Blätter sind für 1 Tag in einem luftdichten Gefäß aufzubewahren, damit sie fermentieren können. So können sich die wertvollen Inhaltsstoffe und ätherischen Öle richtig gut entwickeln. Anschließend sind die Blätter noch für ungefähr 1 Stunde im Ofen bei maximal 80 Grad zu trocknen. Dann sind sie für die Zubereitung fertig. Für den Teeaufguss ist ein gehäufter Teelöffel Weidenröschenblätter mit kochendem Wasser (ca. 250 ml) zu übergießen und nach 5 - 10 Min. Abzuseihen. Davon sollte man 2 bis 5 mal täglich eine Tasse trinken. Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen durch Weidenröschen Tee sind nicht bekannt. Der Tee enthält kein Koffein wie beispielsweise Schwarztee und kann daher ohne Bedenken zu jeder Tages- und Nachtzeit getrunken werden. Auch Menschen mit Nierensteinaffinität können ihn bedenkenlos trinken, da der Tee keine Oxalsäure und nur wenig Purinsäure enthält. Purinsäure ist auch dafür bekannt, dass sie Gicht verursachen kann. In alten Russland ist der Tee aus dem Schmalblättrigen Weidenröschen unter dem Namen "Ivan Chai" bekannt. Seid uralter Zeit wird Ivan Chai dort als Heilmittel bei einer Vielzahl von Beschwerden und Krankheiten eingesetzt. Es wird berichtet, dass Ivan Chai besonders effektiv bei Migräne, Schwindel, Herzklopfen und Magenbeschwerden wirken soll. Ebenfalls in Russland, allerdings im Russland der 70er Jahre, wurde eine weitere sensationelle Wirkung von Weidenröschen Tee entdeckt. Die Pflanze regt die Produktion von körpereigenen Interferon an, reguliert die Immunabwehr gegen Tumorzellen und hemmt damit deren Wachstum. Auch die berühmte Kräuterkundlerin und Buchautorin Maria von Treben wusste von der Heilkraft des Weidenröschens. In ihrem Bestseller "Gesundheit aus der Apotheke Gottes" beschreibt sie die starke Wirkung der Heilpflanze bei Prostata-Erkrankungen. Die Inhaltsstoffe von Ivan-Chai können sich sehen lassen: Provitamin A, Vitamin C, B und P, ß-Karotin, Pektin, Lektin, Eisen, Kupfer, Mangan, Nickel, Titan, Bor, organische Säuren, Gerbstoffe, Schleimstoffe und Gallensäure. In der Kombination sind die Inhaltsstoffe im Weidenröschenkraut stark wirksam gegen zahlreiche Beschwerden. Der Anteil dieser biologisch aktiven Stoffe variiert je nach Standort. Angeblich sollen die Wirkstoffe des Weidenröschens aus nördlich gelegenen Regionen, stärker sein, da die dort üblichen kurzen aber heißen Sommer die Heilkraft der Pflanze steigert. Die antibakteriellen, entzündungshemmenden, schmerzlindernden, wundheilenden, schlaffördernden und harntreibenden Eigenschaften des Weidenröschens sind durch zahlreiche erfahrungsheilkundliche Berichte belegt. Dieses breite Wirkungsspektrum macht die Pflanze zu einer wahren Wunderwaffe der Volksmedizin.

Fazit

Die entzündungshemmenden Wirkungen insbesondere bei Harnwegsentzündungen und Prostatabeschwerden, der in Deutschland auch unter den Volksnamen Frauenhaar, Feuerkraut, Donnerkraut oder Waldweidenröschen bekannten Pflanze, sind in der traditionellen Volksmedizin seid langer Zeit anerkannt. Die Schulmedizin hinkt da leider noch hinterher. Bisher fehlen bedauerlicherweise noch anerkannte klinische Studien zur Wirksamkeit, um die evidenzbasierte Medizin (EBM)zu überzeugen. Doch gerade in der Volksmedizin gilt erst einmal "Probieren geht über Studieren".