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Zottiges Weidenröschen

Eigenschaften und Merkmale

Aussehen:

Der lateinische Name der Pflanze lautet "Epilobium hirsutum". Die mehrjährige Pflanze liebt den Halbschatten und wächst 50 bis 180 Zentimeter hoch. An manchen Stellen beträgt ihre Wuchshöhe sogar 2,5 Meter. Das Zottige Weidenröschen ist auch unter dem Trivialnamen "Rauhaariges Weidenröschen" bekannt, was auf die behaarten Stängel zurückzuführen ist. Diese sind zudem stark verzweigt und wachsen aufrecht. Die Blätter sind von wechselständiger Anordnung. Nur die unteren Laubblätter sind beinahe kreuzgegenständig angeordnet. Die Blattform ist schmal-lanzettlich, während die Blattränder stark gezähnt sind.

Vermehrung:

Von Juli bis September erscheinen die zwittrigen, purpurroten Blüten. Diese bleiben selbst bei Regen geöffnet. Damit ist die Pflanze eine beliebte Bienenweide. Neben Wildbienen lockt die Pflanze auch Schmetterlinge an. Die Verbreitung erfolgt durch die unterirdischen Ausläufer sowie die Samen. Diese werden entweder als Flugsamen mit Hilfe des Windes oder durch das Wasser verbreitet. Denn die Samen sind so leicht, dass sie mehrere Wochen auf der Wasseroberfläche treiben können. Auf diese Weise gelangen sie leicht zu neuen Standorten.

Standort:

Im Unterschied zu anderen Weidenröschen-Arten gedeiht das Zottige Weidenröschen auch auf kalkhaltigen Böden. Neben Kalk sind auch Lehm und Stickstoff im Boden von Vorteil. Zudem mag die Pflanze feuchte oder wechselfeuchte Standorte. Daher sind Gräben, Quellen und feuchte Wälder besonders beliebte Standorte. Auch zur Teichbepflanzung eignet sich die winterharte Staude.

Verbreitung:

Die Pflanze ist unter anderem in Europa beheimatet, wo sie auch heute noch wild vorkommt. Dies ist beispielsweise in Deutschland der Fall. In einigen anderen europäischen Ländern wird sie auch als Kulturpflanze angebaut. In die Vereinigten Staaten und nach Australien gelangte das Zottige Weidenröschen als eingeschleppte Zierpflanze. Dort breitet sie sich seit 1990 ebenfalls wild aus.

Kulturelles

Obwohl Weidenröschen selten als Zierpflanzen angebaut werden, war das Zottige Weidenröschen in der Vergangenheit eine beliebte Zierstaude in ländlichen Gärten. Und auch heute noch ist sie in natürlichen Gärten und auf "wilden" Wiesen zu finden. Früher wurde zudem versucht, das Zottige Weidenröschen frisch oder in Form von Heu an das Vieh zu verfüttern. Allerdings verfügt das Wildkraut über Drüsenhaare am Stängel und Nadelhaare in den Blattzellen. Diese schützen die Pflanze davor, gefressen zu werden.

Engländer kennen das Zottige Weidenröschen unter dem Namen "Codlins-and-Cream". Codlins ist die Bezeichnung für eine alte Apfelsorte. Auf Deutsch bedeutet es also so viel wie "Äpfel mit Sahne". Wenn Wind über die Pflanze streicht oder die obersten Blätter zwischen Daumen und Zeigefinger verrieben werden, ergibt die Bezeichnung plötzlich Sinn. Denn der Duft erinnert an warme Äpfel oder Apfelkuchen. So zumindest die Behauptung. Eine andere Erklärung ist die Farbe des Fruchtfleisches. Diese erinnert wohl an die Blütenfarbe des Zottigen Weidenhöschens.

Die Samen dieser Pflanze weisen, genau wie die Samen des Schmalblättrigen Weidenhöschens, lange Samenhaare auf. Daher fand das Zottige Weidenröschen im 18. Jahrhundert als Füllmaterial für Bettdecken und Polster Verwendung. Zudem wurden die weißen Härchen mit Baumwolle gemischt und auf diese Weise in Handschuhe und Socken eingewoben. Verspinnbar sind die Härchen jedoch nicht.

Volksheilkunde

Im Gegensatz zu dem Schmalblättrigen Weidenröschen und dem Kleinblütigen Weidenröschen ist das Zottige Weidenröschen als Heilpflanze kaum untersucht und auch im Volksmund in seiner Wirkung stark umstritten. Während einige Menschen der Pflanze eine heilende Wirkung bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata nachsagen, beschreiben andere das Zottige Weidenröschen als giftig und gesundheitsschädigend. Daher wird in der Naturheilkunde überwiegend auf besser erforschte Arten wie die zuvor genannten Weidenröschen-Arten zurückgegriffen.

Allerdings findet das Zottige Weidenröschen als Blütenessenz in der Homöopathie Verwendung. Die Essenz enthält die besonderen Eigenschaften der Blüten und überträgt diese auf den Menschen. So hilft die Essenz aus den Blüten des Zottigen Weidenhöschens Kindern dabei, zu ihrer Unbeschwertheit zurückzufinden. Insbesondere, wenn sie unverhältnismäßig schnell erwachsen werden mussten.

Kulinarisches

Obwohl Tiere (abgesehen von Schmetterlingsraupen) die Pflanze nicht anrühren, sind für den Menschen alle Teile der Pflanze essbar. Besonders nahrhaft ist die Wurzel. Diese ist ähnlich dick wie die der verwandten Nachtkerze und kann ebenso verwendet werden. Der Verzehr ist sowohl gekocht als auch roh problemlos möglich, sofern die Schale entfernt wird. Der Geschmack ist süß-scharf. Neben der Wurzel eignen sich auch die Blätter für die Wildkräuterküche. Um das pelzige Gefühl auf der Zunge loszuwerden, das von den feinen Härchen stammt, werden die Blätter vor dem Verzehr in Essig- oder Zitronensäure eingelegt. Neben der klassischen Verwendung als Salatbeigabe schmecken die Blätter auch als Spinatalternative im Gemüsestrudel oder in der Gemüsetasche. Roh verzehrt erinnern sowohl die Blätter als auch die Triebe an Feldsalat.

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